Heine-Schülerin gewinnt Kreisentscheid Mathematik
 |   Die Kreissiegerin des Mathematikwettbewerbs heißt Aleksandra Olszewska. Die Heinrich-Heine-Schülerin besucht erst seit acht Monaten eine deutsche Schule. (Foto: hhs)
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Dreieich – Alle nennen sie nur „Ola“ – vielleicht, weil ihr richtiger Name ein bisschen schwer auszusprechen ist. Zu Beginn des Schuljahres wurde die dreizehnjährige Aleksandra Olszewska an der Heinrich-Heine-Schule aufgenommen. Aleksandra kommt aus Polen und besuchte dort ein mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtetes Gymnasium. Jetzt hat die Schülerin den Kreisentscheid im Mathematikwettbewerb 2010 gewonnen – und vertritt die Dreieicher Europaschule damit beim Landeswettbewerb.
Eine Selbstverständlichkeit sei so etwas nicht, betont Schulleiterin Sigrid Harnischfeger: „Aber da Aleksandras Zeugnisse sehr gut waren, wurde sie einer 8. Gymnasialklasse zugewiesen – wie es an der HHS üblich ist, wenn Schülerinnen und Schüler neu an die Schule kommen, die zwar noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen, aber sehr gute Zeugnisse und gutes Arbeitsverhalten vorweisen können.“ Die Heine-Schule nutze damit die Möglichkeiten des so genannten „Seiteneinsteiger-Programms“, das begabten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit eröffne, ohne großen Zeitverlust ihre schulische Laufbahn in Deutschland zu beginnen.
Ola hatte in Polen angefangen, Deutsch zu lernen und macht – so Elisabeth Wolber, für das Seiteneinsteiger-Programm zuständige Lehrerin an der HHS – gerade in diesem Fach heute sehr große Fortschritte. Neben dem Regelunterricht nimmt sie noch am zusätzlichen Deutschförderkurs teil und liest in ihrer Freizeit Bücher oder Comics auf Deutsch. Da die Schülerin in Polen keine zweite Fremdsprache gelernt hatte – was Voraussetzung für den Besuch des Gymnasialzweigs ist –, genehmigte das Staatliche Schulamt in Offenbach einen Sprachenwechsel: Ola muss nun jeden Freitag an der Elisabethenschule in Frankfurt am Polnischunterricht teilnehmen und kann damit die üblicherweise geforderte zweite Fremdsprache ersetzen. Eine zusätzliche Belastung, die die Schülerin gerne auf sich nimmt: Denn in der Oberstufe kann sie dann – wie Schülerinnen und Schüler, die von der Realschule in die gymnasiale Oberstufe wechseln – bis zum Abitur Französisch oder Spanisch lernen.
Dass die Entscheidung, sie in den Gymnasialzweig aufzunehmen, richtig war, zeigte sich schon beim Halbjahreszeugnis, wo sie in vielen Fächern bereits gute Noten bekam. In den naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik sei lediglich die Sprache ein Problem, nicht aber der Inhalt, so Wolber abschließend: „Sie muss immer noch oft Wörter nachschlagen. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass sie trotzdem bei der Kreisrunde des Mathematikwettbewerbs dieses tolle Ergebnis erreicht hat, da sie dadurch natürlich mehr Zeit braucht, um Aufgaben zu lösen.“